„Supercacher“, Gelöschte logs und der versuch einer Analyse

Ein Raunen ging Mitte Februar durch die Aalener Cacherszene: ein paar Cacher aus dem Remstal bzw. der Stuttgarter Gegend haben es tatsächlich geschafft, an einem Tag über 160 Caches in und um Aalen zu loggen! Neben einem Powertrail auch einen T5er-Trail und ein paar recht anspruchsvolle Multis. Dem Raunen folgten heftige Diskussionen, Loglöschungen, Aufregung und Anfeindungen. Auch in den „sozialen“ Medien und Blogs wurde viel diskutiert.

Der Kernpunkt sind wohl die Zweifel, die viele Cacher aus der Gegend haben: was machen wir falsch, dass wir viel länger brauchen, um hier so viele und genau diese Caches zu machen, während einzelne Cacher das anscheinend an einem Tag schaffen?

Im Lauf der letzten Wochen hat nun ein Team versucht, den Hintergrund dieser Logs aufzuarbeiten und möglichst neutral zu bewerten. Auf diesen Seiten sollen die Ergebnisse präsentiert, aber gerne auch diskutiert werden. Wenn wir bei einzelnen Annahmen falsch liegen, lassen wir uns gerne korrigieren und stellen die Fakten richtig. Am hilfreichsten wären natürlich Bilder, die alle Mitglieder des fraglichen Teams zusammen an ein paar Caches zeigen oder aufgezeichnete Tracks des Tages.

Um nicht alles in eine Seite zu packen, haben wir die Inhalte auf folgende Seiten aufgeteilt:

  1. wer hat welche Caches geloggt?
  2. welchen Zeitbedarf schätzen wir mindestens ein?
  3. zwei mysteriöse Teammitglieder
  4. kleinere Unstimmigkeiten
  5. unsere Schlussfolgerung
  6. Links zum Thema

Die Datenerhebung erfolgte ausschließlich auf Basis der Logs der betreffenden Cacher. Diese wurden hierzu in Form von Screenshots gesichert. Den Logs angehängte Bilder wurden gespeichert und – wo möglich – Datum und Uhrzeit ausgelesen. Natürlich wurden auch mehrere Dutzend Logbücher kontrolliert und teilweise die Logs fotografiert, um eine Zuordnung zu einzelnen Cachern zu ermöglichen. Die Kartenauswertung erfolgte mittels der Funktion „Kartenvergleich“ der Website „Project-gc.com„.  Distanzen wurden mithilfe von Google Maps ermittelt. Natürlich flossen auch eigene Erfahrungen in die Bewertung mit ein, schließlich wurden alle hier genannten Caches von mehreren Mitgliedern unseres Teams besucht.

Auch wenn die Logs öffentlich sind und sehr einfach von jedem Interessierten auf der Geocaching-Website eingesehen werden können, verwenden wir hier bewusst (noch) KEINE Namen, weder „reale“ noch Cacher-Namen.

Wir wollen hier niemanden persönlich bloßstellen! Aber wir wollen an die bei manchen der Cachern anscheinend hintan gestellte „Cacherehre“ appellieren und sie dazu auffordern, ungerechtfertigte Logs zu löschen.

Was sind ungerechtfertigte Logs? Das sind die, bei denen der Cacher nicht selbst an der Dose war. Es geht NICHT darum, dass die Cacher nur mit einem fiktiven Teamnamen und nicht jeder mit seinem Cachernamen geloggt hat. So etwas ist – laut Groundspeak – „üblich“, auch wenn die Begründung „platzsparend und Logbuch schonend“ leicht lächerlich klingt, wenn im Logbuch noch über 50 Seiten frei sind. Aber die Regeln von Groundspeak schreiben auch ganz klar vor, dass jeder Cacher eines Teams auch an der Dose war, die er loggt.

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14 Antworten auf “„Supercacher“, Gelöschte logs und der versuch einer Analyse”

  1. Bischen viel Aufwand, nur um einigen Cacheproleten den Betrug nachzuweisen? Wer es nötig hat, soll es halt so machen?!? Glaubt doch eh niemand die ganzen Challenges „1000 Tage am Stück cachen“, „250 Caches an einem Tag“ usw.

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  2. Um Himmels Willen, da braucht’s doch keine Analyse, ich kann euch sagen wies war:
    Team wird gesplittet, ein Teil sammelt die Multi Finals ein, der andere Teil die T5er und der dritte Teil läuft den Powertrail. Und jeder schreibt jeden bei allen Caches ins Logbuch. Fertig. Wie langweilig ist denen denn, die dafür Statistiken auswerten und den ganzen Scheiß zusammen schreiben? Hättet ihr Mal mich gefragt, hättet ihr euch viel wertvolle Lebenszeit gespart.

    Hier im badischen gibt’s „Teams“, da hat jedes Mitglied ein Stempel mit allen Teamnamen drauf. Somit stempelt jeder einzelne immer alle Kollegen in Caches mit rein. Saublöd, aber wenns die Leute glücklich macht, machen lassen. Was juckt mich das? So lange man mit Foundzahlen kein Geld verdienen kann, alles entspannt…

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    1. Lieber Andi, glaubst Du, wir wüssten das nicht auch? Nur dass es hier sogar 5 Teams waren, die das an zwei Tagen gemacht haben. Warum wir die Analyse gemacht haben? Weil einzelne Mitglieder aus dem Cacherteam behauptet haben, sie wären an allen Caches persönlich gewesen und wir uns selber die Frage gestellt haben, was für Anzeichen es gibt, dass dem nicht so war. Dank Teamarbeit war die Analyse schnell erledigt, mach Dir also keine Sorgen um uns. Aber wenn Du schon Deine Hilfe anbietest und viel weisst, gib uns bitte doch hier einen Tip: https://coord.info/GC53EEC Danke!

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      1. Sorry Andi, war nur ein kleiner Gag unter Cachern und bezog sich auf „Hättet ihr Mal mich gefragt, hättet ihr euch viel wertvolle Lebenszeit gespart. „. Die „Kugel“ hat weit mehr Zeit gekostet als das hier. Probieren kann man es ja, vielleicht hättest Du ja die Antwort gewusst!? 😉

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  3. Hin und wieder war ich zu meinen Anfangszeiten ebenfalls in Teams beim Cachen. So als blutiger Anfänger mit echten Vollblut Profis dabei zu sein, das hat was. Und ist mir in positiver Erinnerung geblieben. Doch im Unterschied zu diesen Teams, war schon damals (2010) jeder an der Dose, jeder vor Ort, dass ich so manches Rätsel nicht ansatzweise gelöst bekommen hätte sei mal dahin gestellt, dafür bin ich mit einer wahnsinns Geduld gesegnet und durfte diese kniffligen Stationen machen. Wir haben uns in diesem großen Team gegenseitig ergänzt. Es ging uns damals nicht um die Punkte. Der Spaß stand im Vordergrund.

    Als dann die Powertrails 2010-2012 mit Blaumilchkanal rund um München bis Chiemsee in Mode kamen, war auch ich „Punktegeil“ und war nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit dem MTB unterwegs.

    Irgendwann war ich dann auch mit heimischen Teams unterwegs, schnell viel Caches erledigen, Founds sammeln, DNFs wurden nicht geloggt, Team Stempel wurden angefertigt…… da war es dann für mich an der Zeit „Lebewohl“ zu sagen.

    160 Caches an einem Tag sind auch allein zu schaffen. Etwas über 130 war mein Highlight. Geil war das nicht, das war stressig!!! Das war „Einmal“ und „nie wieder“.

    Früher hätte ich neidisch gesagt „Wem es gefällt!“ – Heute zucke ich mit den Schultern und denke mir, auch eine Form der Selbstbestätigung.

    Ich bin wohl der Genusscacher. 😉

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  4. Ich lese nur immer dieselben Phrasen:
    Kann doch jeder spielen, wie er will ….
    Die betrügen sich doch nur selber ….
    ….
    Ich sehe das aber nicht ganz so. Wenn jeder so spielt, wie er möchte, wird dieses Spiel in kürzester Zeit
    den Bach runter gehen. Warum oder für wen legt man denn die Caches aus? Für die Punktegailen, die nichts anderes wollen als den Punkt? Natürlich gibt es für DIE auch ihre Dosen, daß war bestimmt aber nicht der Grundgedanke der zu Beginn dieses Spieles dahinter stand. Natürlich ist für mich die Statistik auch interessant, aber nicht als „Schwanzvergleich“, sondern eher als ein Mittel zum Einschätzen der eigenen Leistungen.
    Die Punkteschummler betrügen nicht nur sich selber, sondern auch jeden Owner. Indem sie ihm suggerieren an seinem Cache gewesen zu sein, dazu kommt dann noch ein geLOGener Text. Na prima! In meinen Augen ist das ein total asoziales Verhalten und löst in mir Kopfschütteln aus. Wie kann man dann noch so dreist sein und behaupten hier ging alles mit rechten Dingen zu? Ich bin gespannt, wie die Beteiligten das wieder gerade rücken wollen? Wahrscheinlich gar nicht! Ist ja nicht ihr Problem!

    Mal die soziale Seite betrachtet die Groundspeak auch wichtig ist.

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  5. „Jeder spielt das Spiel so, wie er es will“. Wahrer könnte ein Satz nicht sein! Das Problem, das ich persönlich sehe ist dies: wenn sich jemand schon bei einem Spiel, bei dem es um nichts geht, nicht an die Regeln hält und sich asozial verhält, nehme ich dem ab, dass er sich im „wahren Leben“, wo es um etwas geht, anders verhält? Eher nicht.

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  6. Was hier allerdings noch nicht beacht wurde: Groundspeak fördert doch die ganze Statistik-Geilheit! Demnächst startet wieder eine Souvenir-Jagd vom allerfeinsten – wie schon die letzten Jahre auch! Möglichst viele Caches ins kürzester Zeit, unterschiedliche Punkte für unterschiedliche Cachearten usw. Nach meinem Wissensstand gibt es bei 500 Punkten 10 Souvenir. Rätselcache, Eventbesuch, EC 15 Punkte. Multi oder Letterbox 10 Punkte. Tradi und der Rest je 5 Punkte. Also Rätsel-Powertrails seid gewappnet -> eine Cacherwelle rollt auch euch zu!!

    Wenn so etwas von Groundspeak sogar noch unterstütz wird muss man sich nicht wundern wenn außerhalb solcher Aktionen so manch „Dosensucher“ sich eben in der Masse der Dosen austobt. Ob Sinn oder Unsinn soll mal dahin gestellt sein.

    Ich selbst kämpfe mich lieber 4 Stunden durch einen erstklassigen Multi-Cache und komme mit einem Fund nach Hause als wie wenn ich 10 billige Leitplanken-Tradi mache

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